Suttgart 21 ist Adolf 33 – wie durchgeknallte Bürger den einst verpassten Widerstand nachholen

Die Idee, dass, wer die Vergangenheit nicht wiederholen will, sich an sie erinnern muss – in Deutschland sollte man von ihr Abstand nehmen. Hierzulande erinnert man sich quasi täglich an Adolf und die Seinen – und genau das scheint inzwischen das Problem zu sein.

Da wird den Israelis empfohlen, sie sollen endlich aus der Geschichte lernen und das neue Warschauer Ghetto, den Gazastreifen, öffnen.

Da sind Tierversuchslabors das neue Auschwitz.

Man muss heute feststellen, dass die sogenannte Geschichtsaufarbeitung bei nicht wenigen Teilen der Bevölkerung gescheitert. Sie wird als Startfreigabe für bestenfalls Blödsinn, schlimmstenfalls Irrsinn benutzt.

Denn egal, ob es um einen als ungerecht empfunden Strafzettel geht oder jetzt gerade um das Verhindern von Stuttgart 21 – die Deutschen holen gern an Fronten, wo auch die bundesdeutsche Staatsmacht zugegen ist, den Widerstand nach, den sie ’33 versäumt haben.

Diese Schmach quält sie im Unterbewußtsein. Den Selbsthass kriegen dann andere ab. Dann ist die baden-württembergische Bereitschaftspolizei die SS. Mappus wäre dann wohl Adolf. Nur die SPD fällt aus der Rolle: sie hat dem Stuttgart-21-Ermächtigungsgesetz zugestimmt.

So, oder so ähnlich sieht die Sache stellvertretend für viele andere zum Beispiel für die „Parkschützerin“ Beate Papp aus, die auf ihrer Unterstützerseite vom schweren Abwehrkampf gegen die Diktatur berichtet. Nicht nur ein Hauch von Tränengas, ein Hauch von Geschichte liegt für die hysterisierte Frau in der Luft, wenn sie schreibt:

„Das Mundtotmachen durch pure Gewalt erinnert mich an das, was ich zum Glück bisher nur aus Geschichtsbüchern kannte. Bisher.“

Welche „Geschichtbücher“ Frau Papp zuhause hat wissen wir nicht. Wenn sie welche hat, dann hat sie sie nicht verstanden. Jedenfalls hindern sie die Frau Papp nicht, sich in eine virtuelle Gegenwart hineinzufantasieren, in der ausgerechnet im Stuttgarter Schlosspark „den Anfängen gewehrt wird“.

Der Glücksgewinn muss enorm sein, wenn man zum Beispiel Beate Papp heißt aber, tief in sich drin, die Sophie Scholl spürt.

Frau Papp und der Widerstand

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10 Antworten zu Suttgart 21 ist Adolf 33 – wie durchgeknallte Bürger den einst verpassten Widerstand nachholen

  1. Pingback: Politblogger » Herr Kaiser, Herr Hitler und die Proteste gegen Stuttgart 21

  2. Thomas R. schreibt:

    Da hier noch kein einziger Kommentar veröffentlicht wurde, gehe ich davon aus, dass auch dieser hier nicht lange das Licht der Öffentlichkeit sehen wird.

    Aber Herr Kaiser, trotzdem will ich Ihnen noch eine Frage stellen:
    Eigentlich wäre es ein ganzer Fragenkatalog, dann habe ich aber ihren Text erneut gelesen und beschränke es jetzt auf eine einzige Frage:

    Ticken Sie eigentlich noch richtig, Sie Spinner?

  3. Beate Papp schreibt:

    Erstaunlich, was Herr Jost Kaiser in meinen Beitrag zum 30.09.2010 hineininterpretiert! Adolf33? Haben Sie keine richtigen Geschichtsbücher besessen? Schlechte Kindheit oder Schule geschwänzt? Ach, da war doch noch die DDR – oder? Und die STASI? und irgendetwas teilete doch Deutschland??? Und amn durfte nicht demonstieren? Ja – da staunen Sie, was!? Der Beitrag bezog sich lediglich auf den 30.09.2010. Von Ihrer Interprtetion distanziere ich mich, lieber Herr Kaiser. Vielleicht besorgen sie sich einmal ein paar gute Geschichtsbücher und lesen einmal nach – das macht schlau! Es ist auch völlig egal, welche Seite Pro oder Contra – bei Demonstrationen verletzt werden. Es ist und bleibt Unrecht. Auch wenn der Zweitklassenjourlanismus das nicht kapiert.

    • jostkaiser schreibt:

      liebe frau papp,
      jetzt sagen sie doch einfach mal klipp und klar an was genau in der geschichte sie der polzeieinsatz in stuttgart erinnert hat. warum haben sie eigentlich ihr profil bei den parkschützern gelöscht? sind sie vom glauben an die eigene historische mission gegen das „unrecht“ (wie sie auf der swr-seite herausposaunen) abgefallen? kleiner tipp: wenn sie wirklich mal sehen wollen, wo bürgern „unrecht“ geschieht und wo menschen „durch blanke gewalt mundtot“ gemacht werden. fahren sie doch mal nach iran. oder nach myanmar. oder nach china. oder oder oder. und wenn sie wiederkommen werden sie jeden tag dankbar niederknien, dass sie in der liberalen bundesrepublik leben dürfen, wo jeder, auch frau papp meinungsfreiheit genießt und so oft und so laut und so sinnlos gegen einen dämlichen bahnhof demonstrieren kann, wie er will. aus dem ruder gelaufene polizeieinsätze bestätigen diese aussage und widerlegen sie nicht.

      sagt freundlich: jk.

      • Beate Papp schreibt:

        Sehr geehrter Herr Kaiser, ich weiss zwar nicht, was Sie an meiner Person so dermaßen interessiert, dass Sie regelrechte Nachforschungen / Hetzjagd betreiben.
        So wie Sie erkannt haben, darf in diesem Land jeder seine Meinung kundtun, solange man nicht beleidigt oder Personen angreift. Und woher wissen Sie so genau, dass ich noch nicht in China war? Rechtfertigen muss ich mich vor Ihnen nicht. Sie können gerne weiterhin rätseln, was ich schrieb. Vor weiterem öffentlichem Missbrauch meiner Persönlichkeit möchte ich Ihnen dringend abraten.

      • jostkaiser schreibt:

        wenn sie eine reaktion auf eine – bis vor einiger zeit – öffentlich zugängliche seite, auf der sie persönlich schwerste vorwürfe gegen einen demokratischen staat erheben als „hetzjagd“ empfinden und „missbrauch ihrer persönlichkeit“, dann sollten sie sich aus jeglicher diskussion in zukunft heraushalten. ich habe spass an auseinandersetzung. sie nicht. wir belassen es dabei.

  4. jostkaiser schreibt:

    und noch was: sie haben meine frage immer noch niocht beantwortet. zweitens: drohen sie mir?

  5. Beate Papp schreibt:

    Pffffffffffffffffffffffffff. Luft raus. Herr Kaiser, Sie verstehen es wirklich – wenn auch minder talentiert – den Menschen, die Sie für sich herauspicken, die „Wörter im Mund“ herumzudrehen. Ich möchte mich auf Ihr Niveau nun wirklich nicht herablassen. Möchtegernjournalisten die sich in Kampfanzügen ins Netz stellen sind nun wirklich nicht mein Ding. Leiden Sie unter irgendetwas? Normal ist das ja nun wirklich nicht mehr. Und hören Sie doch damit auf den Leuten Dinge vorzuwerfen, die so weder geschrieben noch gesagt und schon gar nicht gemeint wurden. Ich bin ja nicht das einzige „Opfer“ Ihrer durchgeknallten Hetzjagd. (Ich fühle mich übrigens nicht vom Staat gehetzt oder bedroht – Sie müssen schon richtig lesen) Sie fühlen sich als Jäger? Suchen Sie sich dringend Hilfe! Ein schönes Leben noch.

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